Steckbrief






Lebenserwartung:
2 - 3 Jahre, hängt aber sehr vom Gesundheitszustand des Tieres ab.



Körperbau:
Körperlänge Männchen: 20 - 30 cm

Körperlänge Weibchen: ca. 25 cm



Schwanz:
Schwanzlänge: 17 - 23 cm. Der Schwanz ist mit ca. 160 bis 205 Schuppenringen versehen und leicht behaart, er ist sehr wichtig um das Gleichgewicht beim Klettern halten zu können. Der Schwanz ist sehr empfindlich. Niemals sollte man die Ratte dort festhalten oder gar hochheben. Die Haut des Schwanzes kann reissen oder es kann zu einem Bruch kommen, was beides äusserst schmerzhaft und gefährlich für das Tier ist. Er ist ausserdem wichtig für den Temperaturausgleich der Ratte. Der Schwanz ist dazu sehr gut geeignet, da er keinen Pelz und eine grosse Oberfläche hat. Der Rattenschwanz umfasst nur 5% der Körperoberfläche, kann aber 17 % der Köperwärme ableiten. Wenn die Körpertemperatur der Ratte steigt, schwillt der Schwanz an (vor allem die Venen). Je wärmer die Ratte, desto mehr Blut fliesst durch den Schwanz und desto mehr Wärme wird so abgeleitet.


Querschnitt des Schwanzes
bei 37 und bei 40 Grad




Atemfrequenz:

ca. 70 - 120 Respirationen/min

Herzfrequenz:

ca. 450 - 500 Schläge/min

Körpertemperatur:

ca. 36,5 - 37,9 °C
Geschlechts-bestimmung:
Bei Rattenböcken sind die Hoden sehr gut zu erkennen, da sie in der Regel sehr gross sind. Der Grund dafür ist, dass die Männchen so mehr Spermien produzieren können. Da die Weibchen sich öfters und mit mehreren Männchen paaren, ist die Chance für ein Männchen das mehr und öfters Spermien hinterlegen kann also grösser, seine Gene weiterzugeben. Bei Weibchen ist der Abstand zwischen Geschlechts und Afteröffnung geringer als bei Böcken, ausserdem sind die Zitzen zu erkennen.

Weibchen:


Männchen:



Tragezeit:

21-25 Tage

Wurfgrösse:

4-12 Jungtiere (grössere Würfe bis zu 20 Jungtieren sind auch möglich)

Geburt:

Dauer: ca. 20 min.
Entwicklung der Jungen:

Am 1. Lebenstag können die Jungen schon riechen .
Bis zum 3. Lebenstag sind die Jungen völlig nackt, am 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut hervor und die Fellzeichnung bildet sich.
Ab dem 5. Lebenstag können sie etwas hören,auch wenn die Ohren noch geschlossen sind. Ab dem 8. Tag fangen die Jungen an zu krabbeln, da ist der Absturzschutz wichtig. Jetzt sind bei den Weibchen die Zitzen gut zu sehen.
Ab dem 12.Tag öffnen sich die Ohren.
Ab dem 14. Tag sind die Augen auf. Nun machen die Tiere selbstständige Ausflüge in die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern.
Ab dem 22. Tag sind sie völlig selbstständig und fangen nun an etwas feste Nahrung zu sich zu nehmen, werden aber von der Mutter bis zum 30. Tag noch gesäugt. Das Fellkleid ist voll ausgebildet.
Ab dem 32.Tag können die Männchen geschlechtsreif werden und müssen bis spätestens zum 35. Tag von der Mutter getrennt werden. Die Weibchen sollten mindestens 6 Wochen bei der Mutter bleiben. Gerade die 4.Woche ist prägend für das Sozialverhalten, das der Nachwuchs dann von der Mutter lernt. Deshalb nicht unnötig früh trennen und danach wäre es gut wenn der männliche Nachwuchs nur durch ein Maschengitter von der Mutter getrennt ist und Sicht und Schnupperkontakt erhalten bleiben.



Dazu hier noch ein Link, Rattenbabys
fotografiert vom 1. Tag bis 3 Monate alt:

Claire's Rats

Augen:
Ratten sehen nicht besonders gut. Ratten haben dunkelbraune, rote oder dunkelrote Augen. Das Dämmerungssehen ist bei Ratten eher gut entwickelt. Tiere mit dunkelroten oder roten Augen sind vermehrt lichtempfindlich. Die Augen liegen weit seitlich am Kopf und stehen leicht aus dem Kopf heraus. Durch ihre Position ermöglichen sie eine sehr gute Rundumsicht. Das räumliche Sehen wird dadurch jedoch erschwert.
Ratten sind farbenblind und sehen ihre Umgebung daher nur in Grautönen und zudem unscharf. Bei Albinos und anderen Fellfarben mit roten Augen ist die Sehfähigkeit sogar noch weiter eingeschränkt. Durch ihre anderen Sinnerorgane haben sie jedoch keine Probleme im täglichen Leben.



Sichtweise:
Mensch
Farbratte
Albinoratte

Gehör:
Ratten sind in der Lage, Töne im Ultraschallbereich (über 20 kHz) wahrzunehmen und zu erzeugen.
Für tiefe Töne unter 8 kHz ist die Ratte nicht mehr besonders empfänglich. Wer Ratten hält, sollte auf das gute Gehör seiner Lieblinge etwas Rücksicht nehmen.



Tastsinn:
Mit ihren Tasthaaren (Vibrissen), kann sich die Ratte gut orientieren. Die Barthaare der Ratte nennt man Vibrissen. Schon am Tag der Geburt sind diese einsatzbereit. Sie sind ein wichtiger Bestandteil ihres Orientierungssystems. Über die Vibrissen können Ratten abschätzen, ob sie z.B. durch einen kleinen Zwischenraum hindurch passen. Diese Haare spüren auch bereits kleinste Luftzüge.



Geruchssinn:
Das Riechzentrum im Gehirn (Bulbus olfaktorius) ist bei der Ratte besonders ausgeprägt. Der Geruchssinn der Ratte ist besonders wichtig für das Erkennen von Freund und Feind, und ebenso für das Aufspüren von Nahrung. Sie ist das leistungsfähigste Sinnesorgan. Ab dem 20. Lebenstag ist die Nase voll einsatzbereit. Übrigens können die Nasenlöcher verschlossen werden, was vorallem in der Wildnis beim Tauchen sehr vorteilhaft ist.



Gebiss:

Ratten besitzen im Ober- und Unterkiefer je zwei Schneidezähne (Incisivi), die ständig nachwachsen (pro Monat ca 1cm), danach folgen eine grosse Zahnlücke (Diastema) und anschliessend drei Backenzähne (Molaren). Die Ratten machen keinen Zahnwechsel durch und haben dementsprechend keine Milchzähne. Der Unterkiefer ist nicht zusammen gewachsen. An der Stelle wo die beiden Unterkieferhälften zusammen treffen, befindet sich ein Gelenk. Die beiden Hälften werden durch Bindegewebe zusammen gehalten. Daher sind die unteren Schneidezähne gegeneinander beweglich, die Ratte steuert dies über einen Teil der Kiefermuskulatur. Die unteren Schneidezähne sind die eigentlichen Nagewerkzeuge, da sie spitzer sind als die oberen. Will eine Ratte eine Nuss öffnen, hält sie sie mit ihren Pfoten fest und drückt sie gegen die oberen Schneidezähne um sie dann mit den unteren aufzuhebeln.

Pfoten:

Ratten haben an den Füssen fünf Zehen mit Krallen, an den Händen lediglich vier Finger. In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass Ratten Rechtshänder sind:

Rechtshänder Linkshänder Beidhändig Total Ratten Studie
70,2 %
19,3 %
11,9 %
114
1
72,7 %
19,7 %
7,6%
144
2
82,4 %
10,3 %
7,4 %
68
3

Der Daumen ist zurückgebildet, ein abgeflachter Daumennagel ist jedoch meist vorhanden. An der Unterseite der Pfoten befinden sich empfindliche Sensoren und eine rutschfeste Hautstruktur, die es den Ratten ermöglicht an den unmöglichsten Oberflächen Halt zu finden. Eine gesunde Ratte hat keine Probleme ein glattes Stuhlbein hinauf zu klettern.
Auch die Sprunggelenke sind beachtenswert. Eine Ratte kann durchaus eine größere Strecke mit einem einzigen Satz überwinden. Die Gelenke federn Sprünge und kleinere Stürze gut ab, jedoch nicht so gut wie z.B. bei einer Katze, die auch Abstürze aus grösseren Höhen meist unbeschadet überlebt.



Innenleben:
Die "Innereien" einer Ratte sind denen des Menschen sehr ähnlich. Sie verfügen z.B. ebenso über Nieren, Leber und sogar über einen Blinddarm. Der Magen der Ratte ist ziemlich stabil und verträgt die unterschiedlichsten Nahrungsbestandteile der Natur meist unbeschadet. Bei den als Haustier gehaltenen Farbratten gibt es dennoch Fälle von Durchfall und Verstopfung bei falscher Ernährung.
Eine weitere Besonderheit gibt es im Magen. Durch eine Falte zwischen Speiseröhre und Magen ist es Ratten nicht möglich sich zu übergeben, sie können auch nicht rülpsen und kennen auch kein Sodbrennen. Im schlimmsten Fall können sie höchstens etwas aus der Speiseröhre hochwürgen, oder - was deutlich schlimmer ist - schleim aus der Lunge hervorwürgen.
Die Lunge der Farbratte gehört zu den empfindlichsten inneren Organen. Atemwegsinfekte, die nicht rechtzeitig behandelt wurden schlagen oft auf die Lunge. Lungenentzündungen können bei Ratten tödlich ausgehen.



Tagesrhytmus:
Ratten sind dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen oder schlafen sie häufig (ca. 13 Std. am Tag). Man sollte die Tiere nicht davon abhalten genug zu schlafen, denn dies hat einen direkten Einfluss auf ihre Lebensdauer. Ausreichender Schlaf ist für die Tiere sehr wichtig.