Käfig





Der richtige Platz
Selbstverständlich sollte das Rattenheim in den eigenen Wohnbereich integriert sein. So haben die neugierigen Tiere die Möglichkeit am Geschehen um sie herum teilzunehmen.


Der Standort
Der Käfig sollte an einem hellen und warmen Ort stehen, jedoch nicht direkt am Fenster oder an der Heizung. Bei einem Fensterplatz ist im Sommer durch die Sonneneinstrahlung die Gefahr eines Hitzeschlages gegeben. Bei einem Platz an der Heizung ist die Luft zu trocken. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 24-26 Grad, höhere bzw. tiefere Temperaturen sollten vermieden werden, da dies das Verhalten der Ratten beeinflusst und auch die Abläufe in ihrem Organismus verändern und dadurch Krankheiten auslösen kann. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 60% für Ratten ideal.
Der Käfig sollte auch nicht auf dem Bodenstehen. Der beste Platz befindet sich etwa auf Tischhöhe an einem festen Platz. Ratten sind in der Natur Beutetiere von Raubvögeln. Steht der Käfig direkt auf dem Boden, setzt man auch domestizierte Ratten damit unter Stress. Ausserdem kann man die Tiere durch den erhöhten Standort auch besser beobachten und versorgen.
Das Rattenheim darf unter gar keinen Umständen in der Zugluft stehen. Die Ratten werden davon unweigerlich krank (Erkältung oder Lungenentzündung). Ratten haben sehr empfindliche Atemwege, darum sollte auch auf das Rauchen in ihrer unmittelbaren Umgebung verzichtet werden. Ausserdem haben sie auch ein sehr ausgeprägtes Gehör, daher sollte man den Fernseher oder die Stereoanlage nicht übermässig laut aufdrehen.


Einrichtung
Da die Ratten die meiste Zeit des Tages in ihrem Käfig verbringen, sollte dieser so eingerichtet sein, dass sie sich sinnvoll beschäftigen können. Die Mindestgrundfläche für zwei Tiere sollte deshalb nicht kleiner als 70 cm lang und 50 cm tief sein. Je höher das Rattenheim desto besser, damit sich genügend Zwischenetagen einbauen lassen. Es gibt im Handel leider noch kaum Käfige die auf die speziellen Bedürnisse der Ratten zugeschnitten sind.
Der Kaskadendom wohl bisher die optimalste, aber auch eine nicht ganz billige Lösung. Dabei handelt es sich um einzelne Module, die zusammengebaut werden können in beliebiger Anzahl = beliebiger Grösse. Man kann aber auch selbst etwas zusammenbauen z.B aus einem alten Kleiderschrank, den man entsprechend umbaut. Die Einrichtung des Käfigs sollte den Tieren genügend Möglichkeiten zum Spielen, Verstecken, Schlafen, Buddeln und Nagen geben. Man darf den Käfig ruhig öfters mal umbauen, damit es den Tieren nicht langweilig wird. Aufpassen sollte man vor allem darauf, dass es keine scharfen Kanten im Käfig gibt oder lockere Etagen die herunterstürzen könnten.
Natürlich müssen Näpfe fürs Futter vorhanden sein und Tränken. Es ist empfehlenswert, Nippeltränken (siehe Bild 1 rechts) zur Verfügung zu stellen, da Wasser welches in offenen Schalen angeboten wird auch sehr schnell verschmutzt wird.
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Die Futterschalen (siehe Bilder 2 rechts) sollten schwer und aus Keramik oder Ähnlichem bestehen, da sie sonst gerne umgeworfen werden. Die Tiere steigen auf die Schalen um zu fressen, und dieses Gewicht sollten sie mindestens aushalten.
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Man kann natürlich trotzdem Schalen mit Wasser aufstellen - zum spielen - Ratten planschen gerne. Dies aber bitte nur im Sommer. Ratten erkälten sich leicht.
Was auch gerne angenommen wird ist eine "Toilette"(siehe Bild 3 rechts), d.h. eine Schale mit Sand, Chinchillasand ist besser geeignet als Vogelsand, da er feiner ist. Manchmal wird diese "Toilette" auch nur zum Spielen benützt, aber auch das ist abwechslungsreich für die Tiere. Man braucht aber nicht unbedingt eine Toilette zu kaufen, eine Tupperware-Schale tut es z.B. auch, wenn sie genug hoch ist, damit das Streu nicht ständig rausfliegt. 3

Pappkartons jeder Art sind ebenfalls sehr beliebt. Wie man auf den Fotos meines Käfigs sehen kann, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, ob Salatsieb, alte Pfanne, Mütze oder Turnschuh, die Ratten werden ihre Freude daran haben. Auch ausgediente Kleidungsstücke kann man seinen Ratten überlassen, um sich darin zu verstecken oder auch nur um sie zu zerlegen oder den Schlafplatz damit auszustatten.
Es folgen noch einige Bilder von geeigneten Schlafhäusern und Einrichtungsgegenständen. Dazu ist vielleicht noch zu sagen, dass Ratten Schlafhäuser aus Holz zwar sehr gerne haben, diese aber auch sehr schnell unbrauchbar machen. Die Häuser werden zernagt und sind mit der Zeit auch durch den Geruch, die Ratten markieren sie natürlich ausgiebig, nicht für eine lange Haltung geeignet, das sie auch schlecht zu reinigen sind. Ich persönlich bin nach einigen Versuchen wieder zu Schlafhäuschen aus Hartplastik übergegangen.


Meerschweinchenhaus aus Plastik
ca.24x16,5x14,5 cm
erhältlich bei Pet's Love für EUR 7.99
wird auch in die Schweiz geliefert

Zwerghasenhaus aus Plastik
ca.29x20x18 cm
erhältlich bei Pet's Love für EUR 12.99
wird auch in die Schweiz geliefert

Blockhütte
verschiedene Grössen und Preise
erhältlich bei Qualipet


Die dargestellten Einrichtungsgegenstände werden von Ratten sehr gerne angenommen und sind in den meisten grösseren Tierhandlungen erhältlich. Man kann sich solche oder Ähnliche Dinge natürlich auch selbst basteln. Man kann vieles aber auch bestellen bei Judith Bernegger, die wunderschöne und bei den Tieren auch sehr beliebte Dinge näht. Auch diese Teile möchte ich euch hier vorstellen:
Wer Interesse an diesen schönen Sachen hat kann sie online bestellen bei JB Design.

Aber auch bei IKEA oder im Baumarkt finden sich immer wieder gute und auch günstige Sachen mit denen man seinen Ratten eine Freude machen kann.






Was man als Rattenhalter auch immer gut brauchen kann, ist ein Vorrat an Karabinerhaken, Schlüsselringen und Ketten um all die schönen Sachen auch vernünftig aufhängen zu können. Normale Schnüre sind nicht geeignet, das sie sehr schnell durchgenagt sind.
Ein weiterer Gegenstand der unerlässlich ist, nicht nur für den Tierarztbesuch, ist natürlich eine Transportbox. Je mehr Tiere man hat desto eher sollte man sich vielleicht sogar überlegen, eine Katzentransportbox anzuschaffen, zu der normalen Transportbox. Dies ist sicher hilfreich, wenn die Tiere im Urlaub an einen anderen Ort transportiert werden müssen. Dabei sollte man beachten, dass Ratten gekonnte Ausbrecher sind. Die Katzentransportbox sollte also so geartet sein, dass auch Ratten nicht entweichen können. Das Bild links ist ein gutes Beispiel für eine optimale Transportbox für 2-3 Ratten (mittlere Grösse).


Ich möchte an dieser Stelle aber auch noch erwähnen, was man als Rattenhalter sicher nicht braucht: Es gibt "Geschirre" oder "Gstältli" um Ratten an der Leine zu führen. Dies ist nicht nur völlig unnötig sondern Tierquälerei! Ratten gehören nicht nach draussen und schon gar nicht an die Leine! Sie werden dadurch total verängstigt reagieren, laute Geräusche, Gerüche, andere Tiere und auch Menschen sind überhaupt nicht dazu geeignet, dass sich das Tier wohlfühlt. Die Ratte wird versuchen zu flüchten oder sich irgendwo zu verstecken, wobei sie sich mit dem Geschirr auch noch verletzten kann. Also Finger weg!

Laufräder
sind ebenfalls völlig ungeeignet für Ratten und übrigens auch bei Degus eher fragwürdig. Ratten haben sehr lange Schwänze, die sie sich einklemmen können, ausserdem sind die meisten Laufräder sehr klein, dass heist die Körperhaltung der Ratte wäre beim Laufen völlig verbogen, was zu Rückenschäden führen kann. Ausserdem werden sie daran auch keinen Spass haben. Ratten sind sehr intelligente und neugierige Tiere, man gibt ihnen lieber mehr Auslauf und Gelegenheit zum Spielen, man tut ihnen damit den grösseren Gefallen.


Unsere Rattenvilla:




Die Einrichtung hat sich, seit diesen Fotos schon wieder sehr verändert. Die Etagen haben unterdessen alle eine zusätzliche Plexiglasplatte bekommen. Damit wird die Einstreu überflüssig. Nur auf der untersten Etage gibt es noch Einstreu. Momentan verwende ich "Hanfstreu". Die Tiere mögen das sehr. Trockenboden spezial (Maisgranulat) ist auch gut geeignet und sehr beliebt, kann auch für die Toiletten verwendet werden.
Das Salatsieb und die Hängematten sind als Schlafplätze besonders beliebt, ihr seht man muss nicht viel Geld ausgeben um seinen Ratten Freude zu machen. In den Röhren wird aber auch gerne "abgehängt". Auch der Töff-Helm erfreut sich grosser Beliebtheit. Fussballfans scheinen die Ratten wohl nicht zu sein, der EM-Hut wurde sehr gerne vollgepinkelt, aber auch damit gespielt :-). Mittlerweile ist er aber entsorgt.
Im Sommer, wenn es heiss ist, haben die Tiere auch einen kleinen Pool zum Planschen (1.Stock links), schwimmen mögen sie aber alle nicht. Hier ein "Update" des Käfigs:
Oberster (4.) Stock links

Oberster (4.) Stock rechts
Zweitoberster (3.) Stock links
Zweitoberster (3.) Stock rechts
2. Stock links
2.Stock rechts
Unterste Etage links
Unterste Etage rechts


Einstreu
Ich selbst habe früher das handelsübliche Einstreu, das es überall zu kaufen gibt verwendet. Dies ist aber nicht geeignet für Ratten, da es sehr staubt und Ratten ja leider öfters sowieso schon Atemwegserkrankungen haben. Danach habe ich geschreddertes Zeitungspapier verwendet und festgestellt, dass es den Ratten nicht nur besser geht, sie lieben es auch mit dem Papier zu spielen. Leider ist diese Variante aber sehr aufwändig, da der Käfig sehr oft gereinigt werden muss, das dass Papier schnell "hinüber" ist und auch sehr schnell entsprechend riecht. Eine weitere von mir erprobte Variante ist das Maiseinstreu welches auch als "Trockenboden spezial" verkauft wird. Dies ist meiner Meinung nach eine der besten Möglichkeiten. Aber die Ratten vertragen es gut, spielen gerne damit und es fängt auch nicht gleich an zu riechen. Danach habe ich das Katzenstreu der Migros: fatto classic natural oder von Denner: Bio Catolet verwendet. Optisch sieht es genauso aus, wie das weiter unten abgebildete Hanfgranulat. Ganz wichtig, wenn man Katzenstreu verwendet: Auf gar keinen Fall Klumpstreu verwenden! Die Tiere fressen die Einstreu auch oder knabbern sie zumindest an und Klumpstreu ist in jeder Variante giftig ! Mittlerweile habe ich, wie bereits oben erwähnt Plexiglasplatten auf drei der vier Etagen und keine Einstreu mehr. In den Schlafetagen haben die Tiere statt dessen alte Frottetücher oder andere Stoffreste, Faserpelz und Ähnliches, das man wenn es verschmutzt ist einfach wieder waschen kann. Die Etagen sind so natürlich viel einfacher und schneller zu reinigen kurzum eine saubere Sache. Wenn man Toiletten zur Verfügung stellt, werden die meisten Tiere diese auch annehmen - alle sind es nie. Einige gehen sogar nicht blos für das "grosse" Geschäft zu ihrer Toilette. Um die Tiere dazu zu bewegen die Toiletten (bei einem grösseren Käfig sollten es mehrere sein) zu benützen, kann man einfach darauf achten, wo die Tiere meisten hinmachen und die Toilette dort hinstellen.

Hanfstreu ist ausserdem auch gut geeignet ebenso Waldboden (Rindenstücke) mögen die Tiere in der Regel auch. Pellets, egal ob aus Holz oder etwas Anderem würde ich nicht empfehlen, da Raten empfindliche Füsse haben und das Bumblefoot fördern kann. Es gibt auch Hanfmatten, die sind aber sehr teuer und werden schnell "zerlegt", also schon von daher nicht sinnvoll. Heu und Stroh sollten gar nicht verwendet werden. Auf Heu reagieren sehr viele Ratten allergisch (jucken, kratzen, Niesen bis hin zu Hautnekrosen). Stroh ist meistens sehr holzig, piekst und kann zu Verletzungen führen.